Mit einem Besuch bei der Feuerwehrabteilung Rheinfelden machten sich acht Mitglieder des SPD-Ortsvereins Rheinfelden am vergangenen Dienstag, den 18.11. ein Bild vor Ort über diese für die Stadt und seine Einwohner so wichtige Einrichtung.
Die Besucher wurden von Feuerwehrkommandant Dietmar Müller und Gruppenführer Thomas Kieper empfangen und umfassend über die Arbeit der Feuerwehr in Rheinfelden informiert.
In einem Vortrag stellten sie die Strukturen der Freiwilligen Feuerwehr Rheinfelden und den Ortsteilen vor, ihre Zusammenarbeit mit den Wehren der Region, sowie den vielfältigen, stetig mit der Stadt wachsenden Aufgaben. Insbesondere zeigten sie das große ehrenamtliche Engagement der Mitglieder der Feuerwehr auf. 273 Aktive (davon 17 weiblich) setzen sich heute für den Brandschutz in Rheinfelden ein.
„Bisher ist es uns immer gelungen, die notwendigen Nachwuchskräfte für den aktiven Dienst aus den Reihen der Jungendfeuerwehr zu gewinnen“ berichtete Thomas Kieper. Trotzdem macht man sich Gedanken, ob dies auch in Zukunft so bleiben wird. Die im Berufsleben notwendige Flexibilität, der sich abzeichnende Fachkräftemangel in der Industrie, der im Beruf zu einer hohen Verdichtung der Arbeit führt , aber auch der demographische Wandel mit gesunkenen Kinderzahlen, lässt den Kommandanten Dietmar Müller mit Sorge in die Zukunft blicken. Umso mehr ist es wichtig, dass bei der Feuerwehr, die auch in Zukunft auf das ehrenamtliche Engagement bauen muss, die Arbeitsbedingungen und die Arbeitsabläufe für die Retter möglich optimal und reibungsfrei verlaufen können. Das dies kaum mehr der Fall ist, davon konnten sich die Gäste auf ihrem Rundgang durch das Gerätehaus ein Bild machen. Das Gerätehaus als technische Zentrale entspricht schon lange nicht mehr den modernen Erfordernissen einer Wehr für eine Stadt in der Größe von Rheinfelden und geltenden Arbeitsplatzbestimmungen. Werkstätten, Garage für sechs Fahrzeuge, Werkstatt und Ausrüstungsstation, Atemschutzwerkstatt für die Gesamtabteilung, Kleiderkammer, Büros, Schulungsräume – das Gebäude ist bis in den letzten Winkel ausgenutzt und darüber hinaus: Die Feuerwehrfahrzeuge können wegen der drangvollen Enge schon lange nicht mehr in der Garage nach einem Einsatz neu ausgerüstet werden. So muss dies bei jedem Wetter auf der Straße passieren. Bei der Auswahl von neuen Fahrzeugen werden die Abmessungen eines Fahrzeugs zu oft zum K.O.-Kriterium. Und wo ein neues, vom Bund bereit gestelltes Fahrzeug in zwei Jahren seinen Stellplatz finden soll, ist völlig unklar.
Somit ist der Wunsch nach einem neuen zentralen Feuerwehrhaus in der Stadt richtig und der Appell der Feuerwehr an die Verwaltung und Politik, hier endlich ihrer Verantwortung für den Brandschutz hier in der Stadt gerecht zu werden und aktiv in die Planung einzusteigen, nur verständlich.
Stadträtin Karin Paulsen-Zenke warb um Verständnis, dass dieser Neubau es bisher nicht in die erste Priorität der umzusetzenden Projekte der Stadt geschafft hat. „ Der Bau eines zentralen Feuerwehrhauses mit prognostizierten ca. 10 Mio. Baukosten war neben Campus-Neubau, Sanierungsstau an den Schulen und weiterer öffentlicher Gebäude und Ausbau der Kinderbetreuungsangebote für die Stadt einfach nicht zu leisten. Das heißt aber nicht, dass dieses wichtige Projekt vergessen ist.“